Ganztag zwischen den Meeren 2018

Am 19.11.2018 fand in der Sparkassen-Arena in Kiel der landesweite Kongress "Ganztag zwischen den Meeren" 2018 unter dem Motto „Potentiale entfalten - Wohlbefinden fördern – Bildungschancen sichern“ satt. Lesen Sie im Folgenden die Pressemitteilung mit Einblicken in den Kongresstag.

 

7. Kongress "Ganztag zwischen den Meeren"

„Potentiale entfalten - Wohlbefinden fördern - Bildungschancen sichern“


Pressemitteilung

Schleswig-Holsteinischer Landeskongress „Ganztag zwischen den Meeren“ in Kiel am 19. November 2018  

 

  • Podiumsgespräch mit Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein und Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung 

  • Impulsvortrag von Prof. em. Dr. Jürgen Oelkers (Universität Zürich) zu den besonderen Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven im Hinblick auf die weitere gemeinsame Qualitätsentwicklung von Ganztagsschule  

  • Impulsvortrag des Hamburger Architekten Christoph von Winterfeld zu Denkräumen in Bezug auf Schulbau, Schularchitektur und die Gestaltung schulischer Räume 

  • Anschließend unterschiedlichste Kongressformate zu Themen der Qualitätsentwicklung von Ganztagsschule: Vorträge, Praxiseinblicke, ein Marktplatz mit verschiedenen Ausstellern zum Thema Ganztagsschule und die teilnehmenden Schulen des Referenzschulnetzwerkes 2017-2018 ebenfalls als Aussteller 

 

Kiel, 19. November 2018:  

Mit der Würdigung der 24 Referenzschulen “Ganztägig lernen“ 2017/18 startete der Landeskongress “Ganztag zwischen den Meeren” unter dem Motto „Potentiale entfalten - Wohlbefinden fördern – Bildungschancen sichern“. 

Prof. em. Dr. Jürgen Oelkers von der Universität Zürich begann einen ersten Impulsvortrag mit der Fabel “Die Milchfrau und die Milchkanne” von Jean de la Fontaine, die von der Gefahr voreiliger Schlüsse erzählt, und zog den Vergleich zur Bildungspolitik; auch hier gebe es immer wieder Hindernisse auf dem Weg. Oelkers betonte, dass Qualitätsentwicklung von innen geschehen muss, da es mehr braucht als “gut klingende Konzepte”. 

In einem zweiten Impulsbeitrag betonte der Hamburger Architekt Christoph von Winterfeld, dass mehr in Gebäude investiert werden müsse, da u.a. die Gesundheit und Zufriedenheit der Schüler- und Lehrerschaft von Räumen abhängig sei. Er forderte alle Teilnehmenden auf, Räume neu zu denken und aktiv an einer Veränderung teilzunehmen. Mit dem Satz “Mauern in unseren Köpfen sind schwerer zu bewegen als Mauern aus Beton” schloss er seinen Impulsvortrag. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion gab es viel Lob für die Referenzschulen, die einen entscheidenden Beitrag für Qualität vor Ort leisten. Bildungsministerin Karin Prien betonte insbesondere das Thema “Verzahnung”, welches in den Projekten der Referenzschulen oftmals Beachtung fand. Sie wünscht sich, dass diese guten Beispiele noch weiter ins Land Schleswig-Holstein getragen werden. “Die Verteilung der Kompetenzen auf den ganzen Tag” ist Ministerin Prien ein großes Anliegen.  Es gelte Strukturen zu schaffen, die eine noch größere Verzahnung ermöglichten, sodass Lehrkräfte auch am Nachmittag lehren und das Ganztagspersonal auch am Vormittag zum Einsatz kommen könnte. Sozialminister Dr. Heiner Garg unterstrich, dass trotz des wichtigen Themas “Digitalisierung” die Erlangung sozialer Kompetenzen von zentraler Bedeutung bleiben werde. Um faire Bildungschancen zu erreichen, sei es wichtig, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen. Ministerin Prien und Minister Dr. Garg verständigten sich, in den nächsten Wochen und Monaten weiter gemeinsam an den Fragen zur Ganztagsschulentwicklung in Schleswig-Holstein zu arbeiten. Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, beschrieb, dass Schulnetzwerke gezielt und nachhaltig Schulen in ihrer konkreten Entwicklung befördern. Schulen lernen am besten und liebsten von anderen Schulen. “Aus den Netzwerken entsteht eine lebendige Kultur”, so die Expertin.  

In einem Expertengespräch diskutierten Prof. em. Jürgen Oelkers, Christoph v. Winterfeld und Maren Wichmann, Leiterin Programm der DKJS über die Qualitätsentwicklung an Ganztagsschule. Frau Wichmann betonte die Relevanz schulischer Entwicklungsnetzwerke für die Umsetzung von Qualität vor Ort und bewertete es als äußerst positiv, dass das Thema “Wohlbefinden” auch am heutigen Kongresstag einen Schwerpunkt bildet. In den skandinavischen Ländern sei dies ein wichtiges schulisches Thema, welches auch hier mehr Beachtung finden sollte. Christoph v. Winterfeld regte an, dass eine anstehende Schulgebäudesanierung als “Revitalisierung” genutzt werden sollte und ergänzte, dass die Mehrfachnutzung von Räumen eine wichtige Veränderung von Strukturen schaffen kann. Prof. em. Oelkers unterstrich die Wichtigkeit von gelebter Demokratie in der Schule und dass Wohlbefinden auch mit Demokratie zusammenhängt. Hierfür bekam er spontanen Applaus vom Publikum. 

Impulse aus einem bunten Kongressprogramm mit interessanten Vorträgen, fachlichen Diskussionen und guten Beispielen aus der Praxis von Ganztagsschulen und Ihren Kooperationspartnern boten Denk- und Praxisanstöße für die verstärkte Auseinandersetzung mit Qualitätsentwicklung von Ganztagsschule. Rund 300 Teilnehmende folgten der Einladung in die Sparkassen-Arena in Kiel. Die Themen reichten von Ganztagsschule aus Sicht der Schüler/-innen über Bildungskooperationen, Partizipation, Verzahnung, neu gedachten Raumkonzepten bis hin zu digitalen Schullandschaften und Medienklassen. Ganztägig waren zur Vertiefung von Gesprächen das Café “Watering Hole” und der Raum der Stille für ruhige Momente und Gedanken geöffnet. Die Referenzschulen „Ganztägig lernen“ und weitere Aussteller präsentierten ihre gute Praxis und zeigten, was besondere Qualität ganztägiger Bildung an guten Ganztagsschulen ausmacht.  

Innerhalb von rund 16 Jahren haben sich in Schleswig-Holstein zahlreiche Schulen von der klassischen Halbtagsschule zur Ganztagsschule weiterentwickelt. Heute bieten rund 65 Prozent der Schulen ergänzende Ganztags- und Betreuungsangebote an.  

In den vergangenen Jahren haben die Ganztagsschulen erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Qualität ihrer Lehr- und Lernkultur sowie ihrer Schulkultur nachhaltig zu verbessern. Um den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen und ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können, müssen sie sich und ihre Qualität ständig weiterentwickeln. Fachkräftemangel wie auch der gesetzliche Anspruch auf einen Ganztagsschulplatz sind dabei nur zwei besondere Herausforderungen für die Zukunft. 

Der landesweite Kongress bringt alle zwei Jahre Vertreterinnen und Vertreter aus Ganztagsschulen, Vereinen, Verbänden und Kommunen zusammen. 

Veranstalter sind die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Schleswig-Holstein, in diesem Jahr gemeinsam mit dem Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein.  

Die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Bildungsministerium, dem Sozialministerium und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.  

LiGa – Lernen im Ganztag“ ist eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator, in Schleswig-Holstein entwickelt und umgesetzt mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.  

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ unter www.sh.ganztaegig-lernen.de und der Website des Programms „LiGa – Lernen im Ganztag“ www.lernen-im-ganztag.de. 

 

Pressekontakt: 

Berit Rücker 

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung 

Programm “Ganztägig lernen” Schleswig-Holstein 

Programmkommunikation 

Tel.: 0431 – 5403 - 194 

E-Mail: Berit.Ruecker@dkjs.de