Infrastruktur/ Rahmen


1. Wie werden Eltern und Schüler/innen am Ganztagsangebot beteiligt?

Eltern und Schüler/innen können frühzeitig in Planung und Entwicklung einbezogen werden. Grundlage ist die Erfragung der Bedarfe zu Beginn. Daneben bestehen gute Erfahrungen mit der regelmäßigen Befragung von Eltern und Schüler/innen, um möglichst früh Rückmeldung bezüglich des Ganztagsangebotes zu erhalten. Schulen unterstützen auf diesem Wege die konstruktive und kritische Auseinandersetzung der Schüler/innen mit den Angeboten. Über die Schulgremien wie Schülervertretung, Elternvertretung und Schulkonferenz hinaus bietet sich eine frühzeitige Beteiligung an Konzeptentwicklung und Profilsetzung der Ganztagsschule an.
 
Eine Mitbestimmung über die Inhalte des Ganztags führt darüber hinaus zu einer erhöhten Teilnahme und Akzeptanz. An vielen Schulen wirken Eltern und ältere Schüler/innen als Kursleitungen mit, zum Teil auch am Mittagsbetrieb.
Aktive Eltern(mit)arbeit stellt darüber hinaus eine Bereicherung des Schullebens dar. Häufig verfügen Eltern über wichtige Kompetenzen, handwerkliche oder künstlerische Fähigkeiten und berufliches Wissen, die für das Ganztagsangebot genutzt werden können. Sie haben oft Kontakt zu Vereinen, Organisationen und Institutionen, die sich für eine Zusammenarbeit mit der Schule empfehlen und können diese bei Gelegenheit zum Wohle ihrer Kinder in das Ganztagsangebot einbringen.
Literaturhinweise:
DKJS-Arbeitshilfe 08: Es geht doch um die Kinder. Wenn Eltern und Schule gemeinsame Sache machen... Arbeitshilfe zur Feedback-Kultur.
DKJS-Arbeitshilfe 09: Partizipation als gelebte Gestaltung des Schulalltags.
DKJS-Themenheft 03: Jugendliche gestalten Ganztagsschule.
(Bestellungen über die Publikationsliste)
 

2. Welche Raumangebote sind für den Ganztagsbetrieb notwendig?

Kinder und Jugendliche brauchen Platz und Raum, um sich gesund entwickeln und entfalten zu können. In einer Ganztagsschule muss es deshalb Räume geben, die Lernen mit Kopf, Herz und Hand ermöglichen.
Bei der Raumplanung und –gestaltung sollte beachtet werden, dass Räume je nach Bedarf als Lern-, Bewegungs-, Entspannungs- oder Rückzugsort genutzt werden können. Kinder und Jugendliche brauchen eine anregende Umgebung, in der sie mit Hilfe geeigneter Lern- und Spielmaterialien dazu ermutigt werden, sich kreativ auszuleben, Erfahrungen zu machen und selbstständig zu experimentieren. Ebenso benötigen sie Freiräume, in denen sie ihren natürlichen Bewegungsdrang entfalten können. Und sie brauchen Räumlichkeiten, in denen sie Ruhe und Entspannung finden. Neben der Gestaltung der Innenräume spielt die des Außengeländes ebenfalls eine wichtige Rolle.
 
Erfahrungsgemäß werden folgende Räume benötigt:

  • Stammräume für Klassen,
  • Fachräume/ Lernwerkstätten/ Lernbüros/ Bibliothek,
  • Speiseraum/ Mensa/ Cafeteria
  • Räume für Entspannung und Rückzug
  • Räume für Bewegung
  • Räume für Begegnung und Selbstorganisation (z.B. Schüler/innencafé)

Für Schulen mit eingeschränkter Raumkapazität kann in der Kooperation die Chance liegen, einen Ganztagsbetrieb durch die Nutzung der Räume von Kooperationspartnern/-innen zu ermöglichen.
 

3. Können Unterrichtsräume genutzt werden?

Grundsätzlich ist eine Doppelnutzung der Arbeitsräume denkbar, vor allem dann, wenn der Unterricht selbstbestimmte Lern- und Arbeitsformen einschließt und sich daraus Konsequenzen für die Art der Möblierung, die Unterbringung von Materialien und die Anordnung der Tische ergeben.
In der Praxis ist in vielen Unterrichtsräumen diese Variabilität bisher noch nicht gegeben. Sie haben nicht den Charakter von auf Individual- und Kleingruppenarbeit zugeschnittenen Arbeitsgelegenheiten. Deswegen legen Ganztagsschulen Wert darauf, dass neben einzelnen Räumen, die Doppelnutzungen hergeben, auch Räume zur Verfügung stehen, die ausschließlich der Betätigung, Begegnung oder Erholung in der Freizeit vorbehalten sind.
 

4. Müssen Ganztagsangebote im Schulgelände stattfinden?

Nein.
Da die Veranstaltungen Teil des schulischen Angebotes sind, können sie auch außerhalb des Schulgebäudes durchgeführt werden. Die Einbindung von außerschulischen Lernorten ermöglicht Schülerinnen und Schülern neue Lernerfahrungen und tragen zur Öffnung in den Sozialraum bei. Angebote an außerschulischen Lernorten können einen wichtigen Beitrag zur Verknüpfung der verschiedenen Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen leisten.


Literaturhinweis:
"Lernen am anderen Ort“

5. Sind alle Ganztagsangebote schulische Veranstaltungen?

Ja. Veranstaltungen gelten als schulische Veranstaltungen, wenn sie Teil des pädagogischen Konzeptes der Schule sind und eine Kooperationsvereinbarung besteht. Damit greift auch die gesetzliche Unfallversicherung. Weitere Ausführungen finden Sie dazu in der Broschüre Lernen am anderen Ort.

6. Mittagessen an der Ganztagsschule

Durch die Einrichtung von Ganztagsschulen wird Schule zum zentralen Lebensraum der Kinder und Jugendlichen. Während eines langen Schultages sollen Schüler/-innen und Schüler, aber auch Lehrkräfte sowie Mitarbeitende der Schule Gelegenheit haben, ein warmes, wohlschmeckendes und gesundes Essen einzunehmen. Die gemeinsame Mahlzeit leistet einen wichtigen Beitrag zum sozialen Lernen, sie schafft Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und stärkt das Schulklima.
 
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben Qualitätsstandards für die Schulverpflegung entwickelt und veröffentlicht.
Unter http://www.schuleplusessen.de können diese Empfehlungen, die eine gute Orientierungshilfe sind, kostenlos heruntergeladen werden.
 
Sie bieten Informationen zu: 

  • pädagogischen Rahmenbedingungen (Bedeutung der Ernährung für den Lebensraum Schule, Zusammenhang von Schule, Gesundheit und Bildung) 
  • Kulturellen Rahmenbedingungen 
  • Schulorganisatorische Rahmenbedingungen (Teilnahme am Mittagessen, Essatmosphäre und Schulklima, Essenszeit, Gestaltung des Essraumes) 
  • Gestaltung der Schulverpflegung (Mindeststandards, Getränkeversorgung, Bewirtschaftungssysteme etc.)

Im Rahmen einer Initialmaßnahme des Nationalen Aktionsplans wurden darüber hinaus in allen Bundesländern Vernetzungsstellen zur Schulverpflegung eingerichtet, mit dem Ziel, Kitas und Schulen im Rahmen des Projektes bei der Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Verpflegungsangebotes zu unterstützen.
Die Adresse der Vernetzungsstelle zur Schulverpflegung in Schleswig-Holstein lautet:
 
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. – Sektion Schleswig-Holstein
Hermann-Weigmann Str. 1
24103 Kiel
 
Kontakt:
Dr. Birgit Braun
Telefon: 0431-2000133
Fax: 0431 – 674092
E-Mail: vesch-sh.dge@gmx.de
 
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.schuleplusessen.de
FitKid
 

7. Was ist mit Rhythmisierung gemeint? Warum ist sie so wichtig für das Ganztagsangebot?

In der Ganztagsschule finden Lern- und Bildungsprozesse nicht nur im Unterricht, sondern auch durch außerunterrichtliche Angebote statt. Die Rhythmisierung hat eine besondere Bedeutung, da sich die Kinder und Jugendlichen – im Gegensatz zur herkömmlichen Halbtagsschule – deutlich länger in der Schule aufhalten. Im Rhythmus einer Ganztagsschule gilt es, die beiden Aspekte von Schule als Lern- und Lebensort zu verknüpfen, z.B. durch die inhaltliche Verzahnung von Unterricht und Ganztagsangeboten. Die Angebote sind Teil des pädagogischen Konzeptes und beginnen in  der Regel nach der regulären Unterrichtszeit.
Rhythmisierung bedeutet, Kindern und Jugendlichen durch Gliederung und Ordnung, durch den Wechsel zwischen Spannung und Entspannung Orientierung und Verlässlichkeit zu bieten und den Schulalltag besser auf die Bedürfnisse der Schüler/innen abzustimmen.

 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Rhythmisierung in GanztagsSchule und Unterricht, die die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Niedersachsen herausgegeben hat.