Kooperation


1. Warum ist Kooperation so wichtig für ein gelingendes Ganztagsangebot?

Ganztagsschulen wollen ganzheitliche Bildung, Erziehung und Betreuung anbieten. Dies ist nur als arbeitsteilig organisierte Gemeinschaftsaufgabe zu bewältigen. Kooperationspartner/-innen bringen Ideen und Anregungen sowie neue Konzepte, Inhalte und Lernmethoden mit. Mit ihnen kann die Qualität der Schule gesteigert und die individuellen Leistungen der Schüler/-innen gefördert werden. Die Kooperationspartner/-innen erschließen den Kindern und Jugendlichen neue Lern- und Lebenswelten, die die Schule allein nicht (an-) bieten kann. Für die Ganztagsschulen ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartner/-innen ein breiter Angebotsfächer, mit dem ein weites Spektrum an Kompetenzen vermittelt und unterschiedliche Schüler/-innen erreicht werden können. Für Schleswig-Holstein ist eine Kooperation mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern bei der Genehmigung als Ganztagsschule ebenso wie eine Abstimmung mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe vorgegeben.


Literaturhinweise:
DKJS-Arbeitshilfe 05 "Ganztagsschule gemeinsam gestalten"
DKJS-Themenheft 04 "Schule ist Partner. Ganztagsschule und Kooperation"
DKJS-Themenheft 05 "Partner in der Schule. Erfahrungen aus verschiedenen Kooperationsbereichen."
 

2. Wie gewinne ich Kooperationspartner/-innen?

Ganztagsschulen finden ihre Partner/-innen für Kooperationen in Einrichtungen und Fachkräften der Jugendhilfe, in Institutionen aus dem Bildungs- und Freizeitbereich des Gemeinwesens bzw. der Region und in engagierten Einzelpersonen. Es hat sich bewährt, sich vorab einen Überblick über die bestehenden Träger und Freizeit- und Bildungsangebote vor Ort zu verschaffen. Regionale Besonderheiten und Institutionen können sehr bereichernd sein. Positive Erfahrungen machen Ganztagsschulen damit, möglichst frühzeitig ins Gespräch mit der Jugendhilfe zu treten, um die Kooperation auf eine gemeinsame Basis zu stellen, das jeweilige Spektrum abzugleichen und Angebote zu entwickeln.
Durch die Öffentlichkeitsarbeit können auch Eltern, ältere Schüler/-innen oder weitere Interessierte für die Mitarbeit gewonnen werden.


Literaturhinweis:
DKJS-Themenheft 09 "Öffentlichkeitsarbeit als Impuls zur (Ganztags-) Schulentwicklung."
 

3. Wie gestalte ich die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner/-innen sinnvoll?

Dauerhaft gelingen kann Kooperation nur, wenn alle Seiten Nutzen daraus ziehen. Erfahrungsgemäß sind für eine erfolgreiche Zusammenarbeit die folgenden Punkte wichtig:

  • beteiligte Partner/-innen
  • Ziele der Kooperation
  • Erwartungen der Schule und des Kooperationspartners bzw. der Kooperationspartnerin
  • Projekt- und Angebotsinhalte
  • Altersgruppe und geplante Zahl der beteiligten Schüler/innen
  • Ort der Angebote und zeitliche Strukturen
  • Regelungen zu den Kosten
  • Rechte und Pflichten der Schule und der Partnerin/ des Partners
  • Modus der Auswertung der Aktivitäten.

Eine schriftliche Vereinbarung zur Zusammenarbeit ist notwendig und trägt zur Kontinuität bei.
 

4. Was sollten Kooperationsverträge enthalten?

Viele Ganztagsschulen entscheiden sich im Interesse der Kontinuität und der Verbindlichkeit für eine schriftliche Vereinbarung, weil damit ein berechenbarer, verlässlicher Handlungsrahmen festgelegt wird. Eine schriftliche Kooperationsvereinbarung verschafft zudem beiden Seiten eine haftungsrechtliche Sicherheit. Erfahrungen zeigen, dass eine Kooperationsvereinbarung darüber hinaus die innere Haltung unterstützt, sich fester und verbindlicher auf den Partner oder die Partnerin einzulassen. Dabei ist es gut, wenn die Klärung der oben genannten Punkte schriftlich festgehalten wird.
Daneben bestehen auf Landesebene Rahmenvereinbarungen mit einigen Landesverbänden, die auf den Seiten des Bildungsportals Schleswig-Holstein eingesehen werden können.
 

5. Warum ist es sinnvoll, kommunale Vertreter/innen frühzeitig einzubinden?

Eine gut funktionierende Ganztagsschule braucht vielfältige Unterstützung und eine Verankerung vor Ort. Viele Entscheidungen, die das Ganztagsangebot beeinflussen, werden von den kommunalen Vertreter/-innen getroffen. Wenn Ganztagsschulen kommunale Vertreter/-innen rechtzeitig mit einbeziehen, finden ihre Interessen leichteren Eingang in die Entscheidungsfindung, was u.a. auch die Förderung des Ganztagsangebotes betrifft. Die kontinuierliche Information über den Stand der Ganztagsschule erhöht die Chance, diese als Standortvorteil der Kommune zu begreifen und entsprechend auszustatten.


Literaturhinweis:
DKJS-Arbeitshilfe 04 "Ganztag als kommunale Gestaltungsaufgabe. Praxisbericht aus Nordrheinwestfalen."