Mitarbeiter-/innen

1. Welche unterschiedlichen Professionen arbeiten im Team des Ganztages zusammen?

In Ganztagsschulen arbeiten Lehrer/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Erzieher/-innen, Schüler/-innen, Eltern, Ehrenamtliche und weitere Kooperationspartner/-innen aus Vereinen etc. zusammen.

Die Serviceagentur bietet für alle Beteiligten einer Ganztagsschule Fortbildungen zu den Bereichen pädagogische Grundlagen, Kommunikation, Konfliktmanagement und Projektmanagement an, um die pädagogische Eignung bzw. Qualifikation zu stärken. Unsere aktuelles Fortbildungsangebot finden Sie im Veranstaltungskalender.

Personen, die im Rahmen der Ganztagsangebote tätig sind, müssen der Schule vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz nachweisen sowie ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Dafür anfallende Gebühren werden nicht vom Land übernommen. Richtlinie Ganztag und Betreuung

2. Dürfen ältere Schüler/innen Ganztagsangebote durchführen?

Ja.
Bei unter Sechzehnjährigen muss eine Lehrkraft zugegen sein. Sechzehnjährige und ältere Schüler/-innen dürfen eigenständig Kurse anbieten und in diesem Rahmen festgelegte Aufsichtsaufgaben wahrnehmen. Hierbei muss eine zuständige Lehrkraft erreichbar sein. Die Aufsichtspflicht verbleibt bei der Schule. Weitere Ausführungen finden Sie dazu in der Broschüre „Lernen am anderen Ort“ hier (siehe Verwaltungsvorschrift Aufsicht). Als Voraussetzung für die Leitung von Kinder- und Jugendgruppen in Vereinen und Verbänden bieten diese eine Ausbildung zum/ zur Jugendgruppenleiter/-in an; eine ähnliche Qualifizierung wird auch für den Erwerb von Trainerlizenzen für Sportangebote angeboten. Weitere Informationen finden Sie unter www.ljrsh.de oder www.juleica.de
 

3. Wie läuft die Zusammenarbeit der Mitwirkenden im Ganztag?

An der Ganztagsschule arbeiten in der Regel unterschiedliche Professionen gleichberechtigt zusammen. Kooperation braucht Koordination. Diese Aufgabe kann in Absprache zwischen dem Träger und der Schulleitung einer einzelnen Person übertragen oder von einer Gruppe übernommen werden.
Für eine gelingende Zusammenarbeit ist es wichtig, dass zunächst die verschiedenen Gruppen und Personen Klarheit darüber haben, welche Erwartungen an sie und ihre Tätigkeit von den anderen Beteiligten geknüpft werden und welche Erwartungen sie selbst an sich und andere haben und welche Kompetenzen eingebracht werden können. Auf der Basis dieser Bestandsaufnahme und deren gemeinsamer Analyse sind entsprechende Regeln, Schritte und Rituale der Zusammenarbeit zu entwickeln, zu dokumentieren und in regelmäßigen Abständen zu reflektieren.
Anregungen zu inhaltlichen Aspekten und zur Gestaltung des Prozesses finden sich u.a. im Instrument "Impulse für Qualität".
 
Viele Ganztagsschulen achten bei der Koordination und Kooperation darauf, alle Mitwirkenden an mindestens einer festen Stelle kontinuierlich einzubinden – dies geschieht z.B. in Form von Teamsitzungen, „Stammtischen“ oder Fortbildungsangeboten. Der Aufbau einer offenen Kommunikations- und Rückmeldekultur, in der die beteiligten Personen sich in wertschätzender Weise der Stärken und Erfolge bewusst werden, aber auch Schwierigkeiten und Schwachstellen angemessen miteinander besprechen können, unterstützt die Zusammenarbeit und Qualitätsentwicklung im Rahmen der Ganztagsschule.
 

4. Welche Verträge werden zwischen Mitarbeitern/-innen und dem Träger der Ganztagsschule geschlossen?

In den Teams an einer Ganztagsschule wirken mehrere Mitarbeitende unterschiedlicher Professionen zusammen. Im Interesse einer klaren und kontinuierlichen Arbeit schließen die Träger von Ganztagsschulen schriftliche Verträge mit dem eingesetzten Personal.

Das Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein (MBW) hat dazu im April 2012 die "Handreichung zur Gestaltung von Verträgen im Rahmen von Ganztagsschulen und Betreuungsangeboten an Schulen in Schleswig-Holstein" veröffentlicht. Diese Handreichung verfolgt das Ziel, Trägern von genehmigten Offenen Ganztagsschulen und Betreuungsangeboten in der Primarstufe oder an G8-Gymnasien eine Hilfestellung bei der Gestaltung von Verträgen mit Institutionen und Personen zu geben, welche die unterrichtsergänzenden Ganztags- und Betreuungsangebote in der jeweiligen Schule vor Ort erbringen. Die Handreichung wurde vom MBW an alle Träger von Ganztags- und Betreuungsangeboten sowie an die jeweiligen Schulen im Land versendet. Sie steht außerdem auf dem  Bildungsportal zur Verfügung und wird dort laufend aktualisiert.

Begleitend zur Herausgabe dieser Handreichung bietet der Autor, Herr Prof. Dr. Nebendahl, in Zusammenarbeit mit der Serviceagentur "Ganztägig lernen" Schleswig-Holstein an verschiedenen Terminen Veranstaltungen zum Thema "Rechtlich auf der sicheren Seite" an.